Modernes Wohnen im Holzhaus

Gartenlaube, Almhütte, Schwarzwaldromantik: Holzhäuser galten lange als bieder – Architekten griffen lieber zu Beton, Glas und Stahl. Doch jetzt wird das Material Holz als Baustoff des 21. Jahrhunderts gefeiert und das Wohnen in Naturstoff-Häusern ist wieder chic.

Waren Holzhäuser früher Refugium für Folklore-Fans und Esoteriker, wollen jetzt auch wieder viele junge Menschen zwischen Tannenhölzern den Milchschaum ihres Latte Macchiatos löffeln. So ist es häufig mit Trends: Was gestern altmodisch war, kann morgen wieder topmodern sein.

Mit wachsendem Umweltbewusstsein steigt jetzt die Beliebtheit von Immobilien, die eine niedrige Ökobilanz haben. Holzhäuser sind meist auch Öko- oder Biohäuser, weil sie schadstoffarm und energieeffizient sind. Das Material dämmt gut, es gleicht Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen aus, sodass in Holzhäusern ein angenehmes Raumklima herrscht. Wer sich Gedanken um seinen ökologischen Fußabdruck macht, kann im Holzhaus ruhig schlafen: Der Baustoff wächst nach und produziert dabei auch noch Sauerstoff und auch seine Entsorgung ist umweltfreundlich.

Nicht ohne Grund schätzten die ersten Bauherren in der vorindustriellen Zeit die Qualitäten des Materials. Mit der Industrialisierung ist Holz im Hausbau dann immer mehr durch Beton, Ziegel oder Stahl ersetzt worden. Doch heute sehnen sich viele wieder nach mehr Behaglichkeit statt nach kühler Ästhetik und schätzen den warmen Farbton des Materials.

Manch einer hat vielleicht Sorge, dass ein Holzhaus schimmelt, leicht brennt oder Holzwürmer an den vier Wänden knabbern. Diese Bedenken sind jedoch unbegründet: Das Bauholz wird so getrocknet, dass Schädlinge sich darin nicht mehr wohl fühlen und sich das Material später nicht verformt. Sicher brennt Holz, aber nur sehr langsam. Die äußere Schicht fängt Feuer, bildet dann eine Kohleschicht, welche die Temperatur im Kern relativ niedrig hält. Der Baustoff wird außerdem  mittlerweile so behandelt, dass er anderen Baumaterialien beim Brandschutz in nichts nach steht. Bei einem Hausbrand sind zudem Vorhänge, Tischdecken oder Teppiche, die rasch Feuer fangen, eine weitaus größere Gefahr.

Auch in puncto Stabilität steht Holz den Baustoffen Beton, Glas und Stahl in nichts nach. Jetzt werden sogar Hochhäuser aus Holz gebaut: Jüngstes Beispiel ist das HoHo Wien, das 24 Stockwerke hat. Es soll in diesem Jahr fertig gestellt werden. Mit 84 Metern Höhe wäre es dann das größte Holzhochhaus der Welt. Das ist bislang mit 53 Metern Höhe das Brock Commons Tallwood House in Vancouver. Und in Tokio ist zurzeit ein 350-Meter-Wohnturm aus Holz in Planung, der voraussichtlich im Jahr 2041 fertiggestellt werden soll.

 

Sie überlegen, ob ein Holzhaus zu Ihnen passt? Lassen Sie sich von unseren Experten beraten.

 

 

Fotos: FooTToo/dani3315

Weitere Beiträge

Immobilienverkauf aus der Ferne

Sie leben in Hamburg und haben eine Immobilie in München geerbt, die Sie verkaufen möchten? Nun stellt s [...]

Corona-Lockdown in Dauerschleife – wie der Umzug trotzdem gelingt

[caption id="attachment_1164" align="alignnone" width="1000"] Umzug Corona[/caption] Vielleicht haben Sie g [...]

Ein neues Haus für den Osterhasen? Nicht ohne Makler!

  Es geht auf die Osterzeit zu. Zeit einmal einen Blick auf das Leben des Osterhasen zu werfen. Au [...]

Dürfen meine Nachbarn entscheiden, an wen ich meine Wohnung verkaufe?

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass sie das Recht haben, über ihre Eigentumswohnung frei zu verfüg [...]

Eigentümer auf Zeit: Das Nießbrauchrecht

  Das Nießbrauchrecht ist eine Sonderform der Eigentumsregelung. Wer ein Nießbrauchrecht besitzt [...]