Das Grundbuch im Erbfall – Darum ist es wichtig

Wechselt eine Immobilie den Besitzer – zum Beispiel im Erbfall – muss der neue Besitzer auch im Grundbuch eingetragen werden, um das Erbe auch rechtlich zu vollziehen. Hier ist auf einiges zu achten, denn Fehlinformationen im Grundbuch können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Die sogenannte Grundbuchberichtigung muss bei dem Amtsgericht beantragt werden, in dessen Bezirk sich die Immobilie befindet. Die Ausnahme ist Baden-Württemberg. Hier sind die Grundbuchämter der Gemeinden zuständig.

Um die Änderung im Grundbuch vornehmen zu können, muss die Erbfolge nachgewiesen werden. Wenn kein notarielles Testament oder kein Erbvertrag vorgelegt werden kann, aus dem die Rechtsnachfolge ersichtlich ist, ist ein kostenpflichtiger Erbschein nötig. Dieser muss beim Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstobenen beantragt werden. Hierzu können Sie sich auch an einen Notar wenden, der das für Sie übernimmt. Das ist zwar in der Regel etwas teurer, dafür sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite.

Gibt es mehrere Erben, wird dies im Grundbuch vermerkt. Mehrere Erben bilden eine Erbengemeinschaft. Hierbei haben alle Mitglieder der Erbengemeinschaft die gleichen Rechte und Pflichten an der Immobilie. Das bedeutet, dass alle auch die Kosten zu tragen haben, wie Betriebskosten, Versicherungen, Steuern und so weiter. Zugleich bedeutet es aber auch, dass alle Erben nur gemeinsam entscheiden können, ob ein Erbe die Immobilie behält und die Miterben auszahlt, ob die Immobilie verkauft oder ob sie vermietet werden soll.

Möchte einer der Erben die Immobilie behalten, können die Miterben ihm ihre Anteile nicht einfach verkaufen. In einem solchen Fall müssen sie einen Auflösungsvertrag, beziehungsweise einen Erbauseinandersetzungsvertrag aufsetzen. Dieser muss auch notariell beglaubigt werden. In diesem Vertrag wird geregelt, mit welcher Summe die Miterben ausgezahlt werden müssen. Dazu muss die Erbengemeinschaft natürlich wissen, wie viel die Immobilie wert ist. Eine Wertermittlung übernimmt ein Profi-Makler. Anschließend müssen bestehende Hypotheken gegengerechnet werden. Ob Hypotheken auf der Immobilie lasten, steht im Grundbuch.

Wird einer der Erben Alleinerbe, weil er seine Miterben auszahlt, muss er als neuer Besitzer im Grundbuch eingetragen werden. Um dies kostenlos ändern zu lassen, haben Erben in Deutschland zwei Jahre Zeit. Eine Änderung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden, jedoch fallen dann Gebühren an.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

 

 

Foto: © Vadmary/Depositphotos.com

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